Puh, heute morgen mal wieder mit meiner Tochter (5) auf dem Fahrrad (auf dem Bürgersteig) von daheim zum Kindergarten gefahren, ca. 2km. Sie macht das wirklich toll, aber jedes einzelne Mal macht es mich wütend, in welcher Umgebung sie da groß wird:
* Wir sind ungezählte Male dann doch vom Bürgersteig runter auf die Fahrbahn, weil Autos draufstanden und man nicht vernünftig vorbei kam. Gern auch die Kombi Auto & Mülltonne.
* Vierspurige Straßen gehören einfach nicht in eine Stadt. Punkt.
* Eine Verkehrsinsel, auf die kein Fahrrad passt, ist keine Verkehrsinsel. Punkt.
* Die Blechhalde Straßenrand ist selbst bei perfekter Einhaltung der Verkehrsregeln durch die Autys ein Ding der Unmöglichkeit für Kinder: Ich selbst (>1,80 m) sehe schon schlecht über viele geparkte Autos hinweg, weil die Kisten mittlerweile oft 1,50m und höher sind. Aber wie soll ein 1,10 m großes Kind das machen? Meine Tochter muss praktisch bis auf die Fahrbahn raus, um zu sehen, ob frei ist. Also das Risiko eingehen, umgefahren zu werden, um zu sehen, ob sie umgefahren wird. Autos sind zu groß und sie dürfen an viel zu vielen Stellen einfach stehen gelassen werden.
Gestern Abend habe ich einen Bericht im Deutschlandfunk zu Schulstraßen gehört. Ihr lieben: Das ist viel zu spät und es ist reine Symptomdoktorei. Vielleicht 200 m Straße von Autos für 2x 30 Minuten wochentäglich zu befreien, Eltern und Anwohner devot beknien das Einfahrverbot doch bittebitte zu respektieren ... das soll der große Erfolg für unsere Kinder sein? I don't think so.
@cweickhmann Schulstraßen sehe ich positiver: sie sind ein hilfreicher Bestandteil der Verkehrswende, da genau zu der Zeit gleichzeitig viele Schulkinder und viele Autofahrer unterwegs sind. Vor Schulen wird die Situation drastisch entschärft. Und wenn es für Elterntaxis unbequemer wird, geht deren Zahl auch zurück und somit der Autoverkehr zu dieser kritischen Zeit. Zudem wird das bisherige Selbstverständnis gebrochen, dass Autofahrer überall und jederzeit oberste Priorität haben.
@cweickhmann Zusätzlich gehören natürlich Parkplätze direkt vor Kitas entfernt, und Wohnstraßen für Durchgangsverkehr gesperrt. Das alles kann schnell und billig umgesetzt werden, man müsste keine einzige Straße umbauen, höchstens ein paar Poller und Modalfilter hinstellen.
@cweickhmann @CriticalMass Ich fahr mit meinen 5-Jährigen seit 4 Jahren auf der Straße (wechselnde Kinder). Immer noch genug Bekloppte, die unser Leben gefährden, aber geht hier deutlich besser als Gehweg.
@cweickhmann
In Hennef gab es den Versuch mit eine Schulstraße. Mit Schranken die nur Berechtigte (ÖPNV, Rettungsdienste, etc ) elektrisch öffnen können.
Dürften auch so 200m sein, allerdings rund um die Uhr.
Und soweit ich es in Presse und Politik und selbst vor Ort mitbekommen habe, hat es sich bewährt. Es ist sehr viel ruhiger im ganzen umliegenden Wohngebiet geworden.
Witzigerweise gibt es auch weniger Falschparker, obwohl Schulparkplätze weggefallen sind.
@radundtat
@cweickhmann Ich fühls
@cweickhmann ☝️ #this!
Alles davon.
Und: von wegen 'Autos 1,50m oder höher'…
Mein Kombi ist tatsächlich etwas darunter und gehört damit inzwischen zu den niedrigsten Autos auf den Straßen. 1,50m ist längst untere Schallgrenze geworden. Mindestens genauso schlimm sieht es bei der Breite aus, also kein Wunder dass beim Parken daneben für nix anderes mehr Platz bleibt.
In der Länge hätte mein Auto früher zu den längsten Fahrzeugen gehört. Selbst da wird er von diversen SUV übertroffen. Einfach WTF.🤷
@cweickhmann Laut StVO muss sie übrigens bei jeder Kreuzung/Einmündung absteigen, siehe §2: "Wird vor dem Überqueren einer Fahrbahn ein Gehweg benutzt, müssen die Kinder und die diese begleitende Aufsichtsperson absteigen."