Wenn ein Artikel die Wortfolge "zeigt eine Studie" enthält und nicht als Paper-Besprechung gekennzeichnet ist, lese ich ihn nicht oder mit einer wirklich gehörigen Portion Skepsis. Sofern mit der Studie überhaupt eine wissenschaftliche Studie gemeint ist (und nicht ein Marketingpamphlet irgendeiner Beratungsfirma).
Warum? Studien sind wie Experimente: Sie beschreiben i.d.R. *einen* Aspekt (oder wenige) des Problems, tun das in der Regel zwar nach bestem Wissen und Gewissen aber in der Regel unvollständig und fehlerbehaftet. Daher gibt es den sog. "wissenschaftlichen Konsens", der sich aus den Ergebnissen vieler Studien oder Experimente zusammensetzt.
Wenn "eine Studie" etwas zeigt zweifelsfrei zeigt, dann hätte das auch Omma herausfinden können.
Hier zum Beispiel: 👉 https://www.zeit.de/geld/2023-05/versicherungen-geld-beratung-provision
Ja, für den Teaser ist "eine Studie zeigt" kürzer als das, was Realität ist: Es gibt zu der Frage bereits Dutzende Studien, es gibt eine rege Diskussion und der Grund für den Artikel ist ja die Empörung über das Zurückrudern der EU-Kommission in einer Frage, in der sich bisher alle einig schienen, dass selbst der Dödel Christian hier auf den Trichter kommt, dass ein Verbot sinnvoll ist.
Die Studie gibt euch Argumentationsmaterial, das ihr im Artikel verwursten könnt. Aber im Teaser verkürzt das die Sachlage massiv.