Ist es nicht ein kleines bisschen bizarr, wenn deutsche Kommentatoren über das Anlegen der Axt an das US-Bundesbildungsministerium große Bestürzung äußern, aber natürlich ebenso bestürzt sind, wenn eine deutsche Bundesregierung Initiativen zur Schulbildung macht, DeNn DAs ISt LänDErHoHeIT!
Nicht falsch verstehen: was Trump da macht, dient natürlich dazu, dass konservative Bildungsministerien schalten und walten können, wie sie wollen, während z.B. das Bildungsministerium von Kalifornien einen Sturm der Einmischung aus dem Weißen Haus zu erwarten hat.
Aber dass es in Deutschland irgendwie* funktioniert, hat nur mit einer ungeschriebenen Übereinkunft zu tun, dass alle 16 Bundesländer z.B. über Evolution sprechen. Dass auch das bereits angegriffen wird, sieht man an den sogenannten "Genderverboten" an Schulen einer Menge konservativ regierter Bundesländer.
*) Und ja: Es funktioniert auf vielen Ebenen eher schlecht als recht. Aber bundesweit zentral wäre natürlich der Untergang, weil Hitler und so.
@ralfh Naja, die wäre auch bundesweit nicht ein großer Blob. Und dass ne Schule sich auch unter einem zentralen System weitgehend selbst verwaltet, steht hoffentlich nicht zur Debatte. Darum ging's mir auch gar nicht.
Es geht im Bildungswesen in D nie um Effizienz. Es geht immer darum, dass die Länder darin im Grunde ihr letztes Politikfeld sehen, das ihnen gehört. Darüber hat man hier Anschauung und weiß auch, dass es ohne Bundesschulministerium geht.
Dann ist die Darstellung der Aktivitäten der Trump-Administration irreführend. Und für die hiesige Debatte wäre es sehr wichtig, herauszustreichen, welche zentrale Rolle der Konsens über den Rahmen der Bildungspolitik hat und wie leicht er angegeriffen werden kann.
@cweickhmann Nur die wenigsten - mich ringeschlossen - haben eiben Überblick über die Funktionen des amerik Bundesbildungsministeriums und anderer übereinzelstaatlicher Bildungsinstitutionen.
In D kommt die Debatte ja auch immer wieder auf warum wir uns 16 Bildungspolitiken leisten. Ich habe noch keine Konzeption gesehen wie eine Behörde mit über 1.000.000 Beschäftigten (800k Lehrende plus 150k Verwaltungspersonal und Hausmeister plus > 50k im Gebäudemanagement) effizient sein soll.