Kleiner Vergleich:
Oulu hat 210k Einwohner, ca 900 Einwohner/km², und kommt auf 900km Radwegenetz, die im Winter gepflegt werden (nicht geräumt und gesalzen, sondern Schnee und Eis fahrradtauglich bearbeitet) und überwiegend von Kfz-Verkehr getrennt sind.
Darmstadt hat 170k Einwohner, ca 1300 Einwohner/km², und kommt nur auf 100km Radwegenetz, die im Winter zwar geräumt und gesalzen werden, aber oft noch vereiste Abschnitte oder Übergänge aufweisen und gerade Richtung Stadtrand oft nicht sicher sind. Grund dafür ist neben geringerem Engagement (es schneit ja nur ein paar Tage im Jahr in DA) und Erfahrungsschatz aber absolut sicher auch die Führung auf, nah an oder kreuzend zu Kfz-Infrastruktur.
Ergebnis: in Oulu fährst du mit normalen Reifen das ganze Jahr, in Darmstadt brauchst du Spikereifen und die garantieren dir auch nicht, dass du nicht auf den Allerwertesten fällst (für euch ausprobiert letzten Montag).
https://www.deutschlandfunk.de/schneemassen-zum-trotz-radfahren-im-finnischen-oulu-100.html
Oft sind es in Darmstadt übrigens solche Stellen:
* Letzte 30m Stichweg einer für's Rad wichtigen Route, in der der Schneepflug schlecht wenden kann und sie deshalb gar nicht anfährt (z. B. Nordende Im Hilsbruch in Arheilgen)
* Poller jeder Art, z. B. Feuerwehrzufahrten, aber alles, wo gepollert wird, um ignoranten Autys vom Zuparken abzuhalten. Hier bleiben oft Schneehaufen liegen, die dann vereisen und für Rad und Fuß gefährlich sind.
* Feldwege, die faktisch wichtige Verbinungen sind, planungstechnisch aber egal sind. Z. B. Obere Mühlstraße, ebenfalls Arheilgen. (Aussage Ordnungsamtmitarbeiter: Wow, hier ist viel los!)
* Bordsteine, Bordsteine, Bordsteine, weshalb viele an sich guten Hochbordradwege an wahnsinnig vielen Querungen Probleme, aka Eisflächen, haben. Erhöhte Führung auch durch Querungen wie in NL üblich wären hier im Winter Gold wert.