Nennt mich altmodisch, aber wenn die Brummbrummlobby mehr Ladestationen für *ihre* Produkte haben will, dann soll sie sie gefälligst selbst anschaffen!

Dieses Anspruchsdenken bei den Autoherstellern geht mir echt auf den Sack! Der Staat soll Straßen bauen, der Staat soll Ladestationen bauen, der Staat soll Benzin und Strom und Arbeitskraft billig machen. Aber sich 15 Jahre lang nicht auf einen fucking Stecker einigen können, weil man dem Konkurrenten keinen Millimeter traut. Aaaaalter...

heise.de/news/Elektroautos-Aut

@cweickhmann @wastl Sorry, aber nach der Logik wären wir wieder am Anfang der Automobilität mit krassen Monopolen die alles von Öl-Gewinnung über Tankstelle, Auto und Straßenbau kontrollieren, das hat nicht sehr gut geklappt.
Ja, öffentliche Kohle für Ladestationen können wir kritisch sehen, gerade für 11KW in der Stadt, aber es den Autoherstellern überlassen... Weiß nicht... Mal abgesehen davon das es mit Ionity genau das schon gibt

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@plaetzchen
Ja, und genau da liegt doch der Hund begraben: Ein Monopol oder Oligopol oder Vendor-Lock-In könnte man wirksam verhindern, indem man einen einheitlichen Stecker und ein einheitliches, offenes Protokoll für Ladevorgang und -abrechnung hat. Das hat Jahre gedauert, auch weil sich insbesondere die deutschen Autohersteller in der Frage angestellt haben wie Pik-Sieben auf Urlaub. Im Übrigen hat lt. eigenen Angaben Ionity 2025 dann 7000 Ladepunkte. Das ist herzlich wenig ggü. den 100k, die der Artikel als derzeit installiert nennt.
Und der Stecker ist jetzt nur durch Teslas De-Facto-Standard vereinheitlicht.

Man hätte sich so ca. 2010-2015 mal auf einen Stecker und ein Protokoll einigen und dann einfach losbauen sollen. Da wären - wie jetzt auch - selbstverständlich auch örtliche Energieversorger mitgegangen. Die Gefahr eines Monopols sehe ich da nicht. Und das ist mEn auch exakt der Grund, warum man sich so angestellt hat: Jeder Hersteller hat von seinem eigenen Apple-artigen Ökosystem geträumt.

@wastl

@cweickhmann Der EU-Stecker kommt nicht von Tesla, sondern von Menneke (und ja das ging 2009 los, ich habe damals die IT des Design Büros gemacht) und die ISO der Abrechnung dauerte auch zu lange, aber es ist endlich da. @wastl

@plaetzchen Ja, sehe gerade dass der geometrisch wie CCS Typ 2 ist, aber anders belegt (geil).

Ich bleibe aber bei meinem Vorwurf: Statt sich frühzeitig zu E-Mobilität zu bekennen, anzuerkennen, dass es dafür Standards braucht, diese gemeinsam zu setzen (gern auch über einen renomierten Steckverbinderhersteller wie Menneke, CEE ist ja wohl auch von denen) und loszulegen, hat man jahrelang rumlamentiert und Zeit verloren.

Ich verstehe einfach nicht, wie man so einen grundlegenden Fehler machen kann. Man hat ja auch nicht Motoren auf die eine spezielle, proprietäre Benzinsorte optimiert.

Und nochmal: Sich als VDA jetzt zu beschweren, dass der Ausbau zu langsam gehe, ist halt einfach lächerlich.
@wastl

@cweickhmann @wastl (Der Tesla-Stecker wird gerade quasi Standard in den USA, aber nicht Europa)

@plaetzchen
So, ich sehe gerade, dass man sich tatsächlich schon 2012 auf EN 62196 Typ 2 geeinigt hat. Den Vorwurf nehme ich also zurück.

Aber das ist halt auch schon 11 Jahre her... beherzter Ausbau sieht anders aus.
@wastl

@cweickhmann Ja, 11 Jahre ist gleichzeitig lang und kurz bei Deutscher Planungsdauer für Standorte

@plaetzchen Nein, der Grund, warum ich eine spätere Einigung zum Stecker im Kopf hatte, war dass es noch einiges Hin- und Her bezüglich der Leistung gab.

Die Planung dauert nirgendwo 11 Jahre.

@cweickhmann Bin im öffentlichen Dienst und dort bei einem Immobilienbetrieb. Von der Idee bis zum Beginn der Umsetzung sind 11 Jahre sehr sportlich. @plaetzchen

@wastl
Und du redest vermutlich von Großimmobilien mit allen Gewerken und ggf. sogar Sondernutzung und nicht von nem Stromanschluss und nem Pfosten. Oder?
@plaetzchen

@plaetzchen
Für die Typenzulassung, ja. Wäre das wirklich so, würde ich heute keinen Stromzähler (eHZ) bekommen sondern erst 2025.
@wastl

@cweickhmann
Öffentlicher Raum, Mitspracherechte, Haushaltsberatungen, Budgetgenehmigungen, Umweltverträgkichkeitsprüfungen, Baumschutzsatzungen, VOL, VOF, VOB.... Achja und es muss ja auch noch geplant werden, alle Fristen beachtet werden, Wettbewerbsrecht, Submissionen, Vergabebeschwerden... Und dann auch nicht vergessen das da viel Geld fließt und so viele an den Topf wollen.

@plaetzchen

@wastl
Ey, sorry. Das ist im Umfang einfach maßlos übertrieben. Ich bin selbst im öffentlichen Dienst, wie schreiben Anlagen für Millionen aus und müssen ne Menge Papier produzieren, aber nix dauert da 11 Jahre.

Ich bin gern bereit zu glauben, dass hier Ladesäulen zu finden sind, wo's zwischen Anfang und Aufstellung 3 oder 4 Jahre gebraucht hat, weil sich wer angestellt hat und drölfzig dusselige Fehler gemacht wurden. Und ich bin immer gern dabei, Witze über Doitschland 🥔™️ zu machen. Aber das ist im Maßstab einfach nur noch Quatsch.

@plaetzchen

@cweickhmann
Wenn *alle* wollten, hätte es eventuell Sondererlasse geben können, die einzelne Punkte unnötig machen. Vielleicht gibt es die sogar, entzieht sich meiner Kenntnis.@plaetzchen

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